Innovation in der ABC-Region

Stillstand ist Rückschritt. Deshalb engagiert die ABC-Region nicht nur in der Bildung und Forschung - sie bietet auch Raum für Innovation. Einige Projekte möchten wir Ihnen hier vorstellen.

 

Aachen, Fachhochschule

Der COMPASS-1 ist der erste komplett von Studierenden konstruierte Pico-Satellit Deutschlands. Er entstand zwischen 2003 und 2008 an der FH Aachen. Foto:FH Aachen

Das Projekt COMPASS-1:

Studierende der Luft- und Raumfahrttechnik fanden sich 2003 in einem Projekt zusammen, um mit viel Engagement und Einsatz den ersten Satelliten der FH Aachen ins All zu schicken. Seine Mission: Bilder von der Erdoberfläche über eine Amateurfunkfrequenz an die Bodenstation senden, vorrangig an die mit Unterstützung der Amateurfunker in Aachen auf dem Dach des FH-Gebäudes errichtete Anlage.

Die Arbeit begann im Herbst 2004. Angeregt durch eine Vorlesung von Professor Klaus Wittmann vom DLR zum Thema "Systemtechnik in der Raumfahrt" machten sich die Studierenden an die Aufgabe, einen 10x10x10 Kubikzentimeter kleinen Kubus im CubeSat-Format für den Weltraum zu bauen. CubeSat ist ein von der California Polytechnic State University und der Stanford University initiiertes internationales Programm, das es Universitäten, Hochschulen und privaten Unternehmen ermöglicht, kostengünstige Pico-Satelliten in eine Umlaufbahn zu bringen.

Mehrere Generationen von Studierenden beteiligten sich am COMPASS-1, übernahmen einzelne Entwicklungsbereiche am Satelliten und vereinten die Ergebnisse letztendlich im fertig gestellten COMPASS-1. All dies unter eigenverantwortlicher, studentischer Projektleitung. Wie gut ihre Arbeit war, zeigte sich bei den abschließenden Tests, die alle erfolgreich durchlaufen wurden.

Am 29. April 2008 startete der COMPASS-1 pünktlich um 5:53 Aachener Ortszeit in den Weltraum. Er ist der erste komplett von Studierenden konstruierte Pico-Satellit Deutschlands. Um 12:13 Uhr, beim zweiten Überflug über Europa, konnte der erste Kontakt zur Bodenstation auf dem FH-Gebäude hergestellt werden.

 

Das Projekt COMPASS-2:

Der Nachfolger des COMPASS-1 ist seit Anfang 2008 in Planung und heißt folgerichtig COMPASS-2. Das Projektteam beschäftigt sich mit der Entwicklung und dem Bau eines universellen Technologieexperimententrägers in Form eines Triple-CubeSats zur Festigung eines internationalen CubeSat-Standards. 

 

Aachen, HELIX Carbon

HELIX-Firmengründer Richard Krüger-Sprengel nutzt die günstige Lage seiner Firma: umgeben von NRW-Firmen und -Hochschulen, die in der Luft- und Raumfahrt aktiv sind. Foto:Helix Carbon

Die Firma HELIX Carbon GmbH entwickelt und produziert seit 1990 Propeller aus Kohlefaserstoffen für einen breiten Anwendungsbereich. In der Luftfahrtechnik entwickelt und vertreibt HELIX mehr als 450 verschiedene Propellertypen für Luftfahrzeuge mit einem Leistungsspektrum von 5 bis 200 kW.

Für die Produktentwicklung sind ein halbes Dutzend eigener HELIX-Ingenieure verantwortlich, die dabei nicht zuletzt auch auf eine Optimierung des Energieverbrauchs der Propellerflugzeuge hinarbeiten. Zu den Innnovations- und Forschungseinrichtungen bei HELIX gehören ein eigener Windkanal sowie mehrere Labore - außerdem bietet der Standort am Flugplatz Merzbrück bei Aachen alle denkbaren Vorteile für ein Unternehmen in der Luft- und Raumfahrtbranche. 

HELIX hat von Anfang an konsequent auf modernste Materialien und auf die Weiterentwicklung der eigenen, innovativen Bauweise gesetzt. Kohlefaserstoffe bieten für den Propellerbau ideale Materialeigenschaften. Unempfindlichkeit und geringes spezifisches Gewicht verbindet HELIX mit einem Design, das auf Erfahrung und die ausführliche Auswertung umfangreicher Flug- und Strömungstests basiert. Das Resultat: Hochfeste und extrem belastbare Propeller mit hervorragenden Wirkungsgraden in einem weiten Drehzahlbereich, kombiniert mit niedriger Geräuschemission. 

Neben der Innovation spielt bei HELIX die Nachhaltigkeit als ganzheitliches Konzept eine wichtige Rolle. Das bedeutet, dass nicht nur die Produkte, sondern die gesamte Arbeit im Betrieb auf das Einsparen und auf die optimale Nutzung von Energie eingestellt sind. 

Sein Standort in Nordrhein-Westfalen kommt dem Unternehmen besonders zugute: Partner aus der Industrie befinden sich in unmittelbarer Nähe. Ebenso wie die FH und die RWTH Aachen. Beide Hochschulen beteiligen sich an der Entwicklungs- und Forschungsarbeit von HELIX, wordurch sich Synergieeffekte erzielen lassen.