Forschungsstelle zur Geschichte der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie in Bochum

Das wissenschaftliche Kernprojekt der Forschungsstelle ist eine Gesamtdarstellung der Geschichte der deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie. Hier kann die Forschungsstelle an der Ruhr-Universität Bochum bereits auf eine Vielzahl an Veröffentlichungen von Forschungsarbeiten verweisen.

Hintergrund: Die deutsche Luft- und Raumfahrtindustrie hat in ihrer bald einhundertjährigen Geschichte Erfahrungen nicht nur technologischer, sondern auch organisatorischer und unternehmerischer Art gesammelt und verinnerlicht; Erfahrungen, die derzeit in einer europäischen Branche aufgehen. Sie bereichern das Potential der europäischen Luft- und Raumfahrt; sie können aber auch eine Quelle von erheblichen Friktionen darstellen. 

Dabei ist die Geschichte der deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie - insbesondere nach 1945 - nur in ersten Ansätzen systematisch erforscht. Gerade die materiellen Voraussetzungen für ihre zukünftige professionelle, wissenschaftliche Bearbeitung drohen zu erodieren. Es besteht die Gefahr, dass wir in nicht allzuferner Zeit besser über die Luftfahrt der zwölfjährigen nationalsozialistischen Ära und über das gescheiterte DDR-Luftfahrt-Projekt informiert sind als über die mittlerweile mehr als 50 Jahre bundesdeutscher Luft- und Raumfahrtgeschichte. Damit dies nicht eintritt, muss schnell etwas geschehen. Ein erster Schritt dazu ist die Einrichtung der Forschungsstelle zur Geschichte der Deutschen Luft- und Raumfahrtfahrtindustrie.

 

Institut für Luft- und Weltraumrecht / Lehrstuhl für Völkerrecht, Europarecht, europäisches und internationales Wirtschaftsrecht

Das Institut für Luftfahrtrecht an der Universität zu Köln ist in Europa einzigartig. Neben zahlreichen Diplomarbeiten und Dissertationsarbeiten forscht das Institut vor allem zu europäischen und globalen Themenstellungen. Eines der Forschungsprojekte ist die

"Entwicklung der Europäischen Weltraumagentur als implementing agency der Europäischen Union: Rechtsrahmen und Anpassungserfordernisse"
 
Angesichts des Nebeneinanders von Europäischer Weltraumagentur (ESA) und Europäischer Union als internationalen Kooperationsplattformen für die europäische Raumfahrt erweist sich eine kohärente institutionelle Struktur als Grundvoraussetzung für eine effektive und erfolgreiche europäische Zusammenarbeit im Weltraum. Die gegenwärtige institutionelle Ausgestaltung der europäischen Raumfahrt trägt jedoch den Entwicklungen der europäischen Integration im Raumfahrtsektor nicht hinreichend Rechnung. Zudem erfordert die internationale Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Raumfahrtindustrie weitergehende Überlegungen zur Gestaltung der institutionellen Struktur der europäischen Raumfahrt. Insofern bieten sich verschiedene Modelle an. Auf politischer Ebene zeichnet sich indes eine Präferenz für das so genannte "Kooperationsmodell" ab, in dessen Rahmen eine autonome ESA bestehen bliebe, die jedoch ggf. als "implementing agency" in den weiteren Rahmen der EU eingebunden werden könnte.
 
Vor diesem Hintergrund dient das Forschungsprojekt "Entwicklung der Europäischen Weltraumagentur als implementing agency der Europäischen Union: Rechtsrahmen und Anpassungserfordernisse" der Erörterung und Ausarbeitung des erforderlichen konkreten Rechtsrahmens für die Umsetzung des sog. Kooperationsmodells. Im Zentrum des Vorhabens steht mithin die Analyse von Rechtsfragen, die auf der Basis des Kooperationsmodells mit der ESA als Durchführungsagentur der EU entstehen. Mehr

 

Wirtschaftsinformatik Universität Siegen

Ein ganz besonderes Projekt wird seit nunmehr acht Jahren an der Universität Siegen bearbeitet: das Gate-Management an Verkehrsflughäfen. Prof. Dr. Erwin Pesch, Mathematiker und Informatiker am Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik, leitet die Untersuchungen. 

Durch die zunehmende Liberalisierung und Privatisierung der Luftfahrtindustrie müssen vorhandene Flughafenressourcen bestmöglich ausgenutzt werden - nicht nur in der Bodenabfertigung, sondern auch bei den Terminal-Gates oder auf den Start- und Landebahnen. Manuelle Planungsmethoden stoßen bei der erforderlichen hohen Ausnutzung der Ressourcen schon mal an ihre Grenzen. Deswegen entwickelt Prof. Dr. Pesch zusammen mit seinen Kollegen Verfahren, um die Gates-Zuordnung zu optimieren.

Da sich jeder Flughafen in seiner Struktur von anderen unterscheidet, und weil jede Airline andere Prioritäten setzt, werden die Verfahren anhand der bereits vorliegenden Forschungsergebnisse immer wieder neu berechnet und angepasst. Pesch und sein Team haben die Verfahren schon für Flughäfen in Europa, Amerika und Asien angewendet.