Nordrhein-Westfalen: Nervenknotenpunkt der Luft- und Raumfahrt

Die Europäische Kommission hat den Sitz der Europäischen Agentur für Flugsicherheit (EASA) nach Köln vergeben - nur einer von vielen Indikatoren für die Führungsrolle der Region in der Luft- und Raumfahrt. Foto: EASA

ABC-Region: Luftfahrt von A bis Z

In einer der wirtschaftsstärksten Regionen Europas mit 18 Millionen Einwohnern in einem Umkreis von 100 Kilometern von Köln hat die EU-Kommission 2004 die Europäische Agentur für Flugsicherheit EASA in Köln angesiedelt. Mehr als 400 Experten arbeiten mittlerweile hier, von A wie Airbus-Zulassung bis Z wie Zertifizierung. Der Europäische Transschall Windkanal ETW, einer der beiden einzigen Luftfahrtwindkanäle weltweit, sitzt in Köln-Porz visa-à-vis zum Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt DLR mit rund 1500 Mitarbeitern. An der RWTH Aachen – einer der Exzellenz-Universitäten Deutschlands - sind alleine sieben Institute, Lehrstühle und Labore in Forschung und Lehre zur Luft- und Raumfahrt eingebunden.

 

Wirtschaftsfaktor Luft- und Raumfahrt für Nordrhein-Westfalen

Kein anderes Bundesland weist eine so dichte Luftverkehrsinfrastruktur auf wie Nordrhein-Westfalen mit seinen sechs Flughäfen, darunter der aufstrebende Low-Cost-Flughafen Weeze. Eine direkte räumliche Anbindung an einen Flughafen birgt enorme Wettbewerbsvorteile – mithin ein wichtiger Faktor für Standortentscheidungen. Alleine der Flughafen Köln-Bonn – der bundesweit größte Militärflughafen und zweitgrößte Frachtflughafen – beförderte 2008 mehr als 10 Millionen Fluggäste in alle Welt. Im Passagierverkehr hat sich Köln-Bonn als größter Low-Cost Airport unter den Top-Ten-Flughäfen Deutschlands etabliert. Düsseldorf beförderte 2008 indes 18 Millionen Passagiere, die übrigen Flughäfen insgesamt 6,6 Millionen. Sie alle haben sich auch in der Krise gut behauptet.

Die Luft- und Raumfahrt ist somit ein wichtiger wirtschaftlicher Faktor für Nordrhein-Westfalen. Allein im Umkreis des Flughafens Köln-Bonn sind laut Prognos 12 480 Menschen in Lohn und Brot. Weitere 24 000 arbeiten im Umfeld des Flughafens, insgesamt sind das mehr als 37 000 Menschen! Am Flughafen Düsseldorf sind 17 500 Menschen beschäftigt, er ist der größte Arbeitgeber der Landeshauptstadt.

Bei seinen Hochrechnungen geht das ABC-Cluster Nordrhein-Westfalen daher von mindestens weiteren 16 000 Arbeitsplätzen an Regionalflughäfen, Forschungseinrichtungen und in der Produktion rund um Luft- und Raumfahrt aus. Das macht insgesamt rund 70 000 Jobs landesweit. Nicht mit eingerechnet sind hierbei Behörden wie die zuständigen Ministerien in Bonn und Düsseldorf, die Bundeswehr, Feuerwehr und andere staatliche Dienstleister mit Funktionen für den Luftverkehr.

 

Einzigartiger Standort der Luft- und Raumfahrt

Die ABC-Region um Aachen, Bonn und Köln ist eine Kernregion der Luft- und Raumfahrt. Zusammen mit rund 200 kleiner und mittlerer Unternehmen, darunter auch eine Reihe hochspezialisierter Zulieferer, Dienstleister oder Systementwickler für die Großen der Branche in Hamburg, München und Toulouse, hat sich die ABC-Region zum Nervenknotenpunkt der Luft- und Raumfahrt Europas entwickelt. Die Luftfahrtindustrie ist hier ebenso dicht vertreten ist wie etwa im Raum Berlin. Eine Konstellation wie in unserer Region ist vermutlich sogar weltweit einzigartig.

Alle Merkmale der ABC-Region haben eine lange Vorgeschichte und Tradition. Aachen-Bonn-Köln gehört zu den Wegbereitern der modernen Luft- und Raumfahrt und brachte einige der wichtigsten Pioniere hervor. Gerade in dieser Vielfalt und Innovationskraft liegt die Stärke der Region.